Das Regiebuch der diesjährigen Clubmeisterschaft wies alle Kapitel auf, die für Spannung, und Leidenschaft, Begeisterung und Überraschung sorgten. Tag eins trug den Titel „Vom Winde verweht“. So jedenfalls erlebten es viele Golfspielerinnen und Golfer, die mit ansehen mussten, wie der Wind ihre Bälle kaperte und sie mitnahm – ins Hindernis, in den Bunker oder gar ins Aus. Also: Ball flach halten war das Motto!
So kamen die 58 Golfspieler, unter ihnen viele junge Spielerinnen und Spieler, mit guten Ergebnissen für den entscheidenden zweiten Tag über die Runde. Bei den Damen spielte Stefanie Fischer-Dous an beiden Tagen sehr souverän und ließ am Sieg und der erneuten Clubmeisterschaft keine Zweifel aufkommen.
Bei den Herren ging es dagegen hoch her. Vorjahressieger Eduard Elert spielte sehr gut und ging mit einer 79iger Runde als Führender an den zweiten Start, bei deutlich besseren Bedingungen. André Hamers blieb ihm aber auf den Fersen. Auch hinter den beiden Favoriten wurde im Zählspielformat um jeden Punkt gerungen.
Und das letzte Kapitel im Regiebuch „Clubmeisterschaft 2026“ bot noch einmal alles auf, zog die Zuschauer an der 18. Spielbahn und an dem schnellen Grün in seinen Bann. „All square“ war der Punktestand beim letzten Abschlag. Beide Bälle landeten für den nächsten Schlag eher ungünstig. Der eine schaffte es gekonnte bis zum Grün, der andere Ball rollte in den Bunker seitlich vom Grün. Die Siegchancen begannen zu taumeln, denn der folgende Bunkerschlag war nicht optimal, flog übers Grün, landete ein Stück weit im seitlichen Vorgrün und versank sogar ein bisschen im Rough. Eddy gelang die bessere Annäherung, den siegreichen Putt zum Greifen nah.
Doch erst war André an der Reihe. Hier: Prüfender wie abschätzender Blick zur möglichen Puttlinie; dort gespannte und absolute Stille bei den Zuschauern. Hinter jeder Stirn formte sich die Frage, „wie spielt er jetzt den Ball aus dem Rough und übers Vorgrün. Die Fahne ist ja nicht allzu schwer gesteckt . . .“
Und dann schwang André den Putter, mit Gefühl und wohltaxierter Bewegung. Ein kurzer Hoppler des Balls aus dem Rough, dann nahm er auf dem Grün Fahrt auf, hielt präzise die gedachte Linie, zuckte nicht und mit dem berühmten „Klack“ verschwand im Loch. Er war noch nicht ganz darin verschwunden, brandete der Jubel auf, flog die ein und andere Golfcap in die Luft und André ballte am hochgereckten Arm seine Faust.
Nun war Eddy an der Reihe. Locht er, war das Stechen perfekt. Letzte Ausrichtung des Balls, letzter prüfender Blick. Und ab ging die Post. Doch der Schwung war einen Hauch zu zaghaft, zu zurückhaltend. Der Ball verließ nach gutem Start die angedachte Linie mit einem leichten Bogen nach links, weg vom Loch.
Schöne und souveräne Geste: der Verlierer gratulierte herzlich dem Sieger. Und der genoß den Jubel und die unzähligen Glückwünsche zur neunten Clubmeisterschaft im Jubiläumsjahr des Golfclubs Gutshof, der am 21. November vor 40 Jahren gegründet worden war.
Stopp: wir wollen die Vize-Meister nicht im Jubelrausch vergessen. Los geht’s: Vizemeister, Brutto Herren, Eduard Elert; Vize-Meisterin Brutto Damen, Meike Lenzen; Vize-Meister Brutto Herren, AK 50 Kay Marciniak; Vize-Meister Brutto Herren, AK 65, Ralf-Dieter Punke; Vizemeisterin Clubmeister bis 16 Jahre Greta Bröer; in der Netto-Klasse siegt Florian Legleitner und Karsten Niemeyer wurde Zweiter. (GüHo)

Gruppenfoto
Gut gespielt und gewonnen: Die Besten der diesjährigen Clubmeisterschaft, die auch eine besondere war, denn der Club feiert im November seinen 40. Geburtstag. „Und wir feiern es ordentlich“, versprach Clubpräsident Hermann Rülander.

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